Nachdem ich in dem schoenen Hostel "The Old Countryhouse" fast zwei Wochen verbracht habe (und viele nette Menschen kennengelt, die allerdings alle auf dem Heimweg sind, wegen Weihnachten), bin ich nun bei einer Familie untergekommen. Das ganze ist eher zufaellig passiert, ich habe lediglich jemanden zum Wandern gesucht und dies in ein Forum geschieben.
Nach kurzer Zeit bekam ich einen Anruf von Joschi aus Passau (tja, die Deutschen in Neuseeland). Joschi kennt durch einen Freund diese Familie, bei der er nun seit 2 Wochen wohnt. Mele, die geschieden ist und deren Kinder bis auf eines aus dem Haus sind, hat mich ebenfalls aufgenommen. Urspruenlich kam sie mit ihren Kindern als illegale Immiganten von der Pazifikinsel Tonga (bei den Fiji Inseln), inzischen haben sie die Neuseelaenische Staatsbuergerschaft. Es ist unglaublich! Ich bin einfach mit meinem Rucksack vorbeigekommen und sie hat mich herzlich empfangen, ich habe ein eigenes Bett, kann kostenlos schlafen und essen. Natuerlich helfe ich einiges mit, sonst haette ich wirklich ein schlechtes Gewissen. Ich hab ihren Computer repariert, ihre Stuehle neu verleimt, kleinigkeiten im Haushalt. Mele ist eine sehr strenge Christin, es wird mehrmals am Tag gebetet und sie erzaehlt fast staenig aus der Biebel. Einmal in der Woche bekommt sie vom Supermarkt mehrere Saecke nicht verkaufter Lebensmittel die sie an beduerftige weiterverteilt, teilwiese selbst verbracht, da sie kaum Geld hat (momentan hat sie keine Arbeit und ihre Kinder zahlen die Miete). Es ist wirklich interessant und nach einer Woche nun mein neues Zuhause geworden.
Nebenbei war ich auf der Suche nach einem fahrbaren Untersatz da meine neuen Schuhe nach zwei Monaten schon sehr abgelaufen sind. Ok, nicht nur deswegen, auch um einfach mal unabhaening zu sein und abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs zu sein.
In Neuseeland fahren fast nur japanische Autos mit einem durchschnittsalter von knapp 20 Jahren. Es ist gar nicht so einfach ein gutes Auto zu finden. Nicht wenige leben davon, vergammelte Autos halbwegs zu reparieten und dann ueberteuert an Backpacker verkaufen. Doch heute hatte ich Glueck, bei "Turners Car Auction" habe ich einen 94 Toyota Sceptor fuer 1900 Dollar erstanden. Ich habe ein sehr gutes Gefuehl bei diesem Auto, da alle anderen die ich bisher getestet habe um einiges schlechter gelaufen sind. Jetzt folgt die Planung der naechsten Etappe und auch die Frage wo ich Weihnachten und Silvester verbrigen werde, das erste Mal ohne Familie... Bilder und Infos folgen...
Es ist nicht nur guenisteiger, sondern auch lustiger sich
Mitfahrgelegenheiten zu suchen. In Piction habe ich beim Fruehstuecken
ein deutsches paerchen und Yvonne kennengelernt mit denen ich nach
Nelson gefahren bin. Dort erwartete uns ein verregneter Tag , was ich
bisher so von Neuseeland nicht kannte. Nelson ist einer der sonnigsten
Plaetzte Neuseelands. Am naechsten Tag wollten Yvonne und ich eine
Kayak Tour machen, was aber wegen der rauhen See nicht moeglich war. So
liessen wir uns von einem Wassertaxi an eine sonnige Bucht des Abel
Tasman Coastal Walk fahren um einen teil davon zu laufen. Diese
Landschaft ist der Inbegriff von Sonne, Palmen und Stand. (Um Bilder zu
sehen einfach bei Google "Abel Tasman National Park" eingegeben.)
IIn
Nelson habe ich mich mit ein paar Englaendern angefreundet und mein
Englisch auf Herz und Nieren geprueft...naja es wird besser :) Mit Niel
bin ich nun in Kaikoura angekommen, einer kleinen Kuestenstadt vor
Christchurch. Ich bin auf den Mt Fyffe gesteigen und auf dem Rueckweg
das erstemal per Anhalter gefahren, wobei ich nicht mal den Daumen
heben musste. Ein Kiwi Paerchen in einem Oldtimer hat angehalten und
gefragt ob ich zurueck in die Stadt will. Heute gehts weiter nach
Christchurch, mal sehen wie mir die Stadt gefaellt, mein
mittelfristiges Ziel ist es einen Job zu finden. Kaum zu glauben das
bei Euch jetzt Schnee liegt. Der ganze Weihnachskram passt ueberhapt
nicht nach Neuseeland, bei allen Produkten/TV Spots ist Schnee zu sehen
und sobald man raus geht bekommt man einen Sonnenbrand.
Nach der spannenden Wanderung bin ich nun seit einer Woche in Wellington. Zuerst war in im "Wellywood Backpackers", da es mir dort ueberhapt nicht gefallen hat, bin ich schon nach einer Nacht gegenagen. Das zweite Hostel "Worldwide Backpackers" ist mein zweites Zuhause geworden. Es ist kleiner, familiaerer, nette Leute, kostenloses Fruehstueck und Internetzugang. Die Gelegenheit in einer grossen Stadt zu sein habe ich gleich genutzt um einen Zahnarzt zu suchen, da ich schon bei meiner Wanderung schmerzen bekommen habe. Kaum zu glauben, es wurden 2 gravierende Loecher gefunden, die mein Zahnart vor vier Wochen noch nicht gesehen hat. Naja, jetzt bin ich 580 dollar los und hoffe das die Versicherung es erstattet.
Wellington ist um einiges schoener als Auckland, nicht nur das die Stadt kleiner ist, die Haeuser passen einfach besser zum Stadtbild. Das National Museum "Te Papa" ist sehr interresant und kaum an einem Tag zu schaffen. Der Botanische Garten ist sehr schoen angelegt und die Aussicht auf die Stadt wunderbar. Das faszinierendste ist allerdings der Wind, der in fast jede Ecke mit enormer Staerke kommt. Als ich an einer roten Ampel in Hafennaehe stand er mich fast auf die Strasse geblasen, es ist wirklich unglaublich.
In dieser Woche habe ich einige Leute im Hostel lieb gewonnen, von denen ich mich jetzt allerdings (vorerst) verabschieden werden da die Suedinsel wartet. Samstag Morgen geht die Faehre nach Picton. Dort werde ich meine weiteren Wanderungen planen.
In der Mitte der Nordinsel liegt der "Lake Taupo", suedlich davon befinden sich der "Tongariro Nationalpark". Durch diese Gegend habe ich eine 3 Taegige Wanderung gemacht, die ohne Zweifel das bisherige Highlight war. Diese Route wird "Tongariro Northern Circuit" genannt und fueht um 3 Vulkane die eine atemberaubende Landschaft geschaffen haben.
Am ersten Tag war ein sehr steiler Ansieg mit 700m zu ueberwinden. Diese alpine Gegend ist anspruchsvoll, vorallem wenn man so wie ich noch einen 15 Kg schweren Rucksack dabei hat. Obwohl schon spaeter Fruehling/Sommeranfang ist, liegt teilweise noch Schnee auf dem Track. Wenn man die letzte groesse Steigung ueberwunden hat, gibt der Berg den Blick frei fuer die wunderschoenen "Emerald Lakes" die tuerkiesblau im Vulkansand liegen. Es gibt immernoch Hot Spots aus denen Schwefeldampf aufsteigt, was auch deutlich zu riechen ist. Nach 5 h hatte ich die "Ketetahi Hut" erreicht. Dort traf ich ein amerikanisches Paerchen, welches zuvor die 6 Std. Tour bis zum Gipfel des 2287m hohen Vulkans "Mt Ngauruhoe" geschafft hatten. Dort verbrachte ich die erste Nacht im Zelt bei ca. 5C, was im Schlafsack erstaunlich gemuetlich war.
Emerald Lakes
Zelten bei der Ketetahi Hut und Aussicht von der Huette
Am fruehen morgen des zweiten Tages bot mir der "Blue Lake" einen atemberaubenden Blick auf die topfebene Oberflaeche in der sich die Berge spiegelten. Hier habe ich wohl die meisten Fotos gemacht. Es wurde nicht langweilig, mal ging ich ueber feinen Sand, grobe Vulkansteine, Schnee, Glassland oder Waldboden. Es ist wirklich erstaunlich wieviele verschiedene Landschaften in diesem Gebiet vorkommen. Nach 16 Km hatte ich die "Waihohonu hut" erreicht, in der ich Jenny aus Trier traf die an diesem Tag ueber 30 Km zurueckgelegt hat, wirklich beeindruckend.
Der Blue Lake Blick auf Mt Ngauruhoe
Der dritte Tag fuehrte durch die ebene Steppe in der hauptsaechlich Gras, Buesche und Moos zu finden waren. Immerwieder boten sich wunderschoene Blicke zu den Vulkanen "Mt Ngauruhoe" und "Mt Ruapehu". Nach weiteren 16 Km ereichte ich mit schmerzendem Ruecken "Whakapapa Village".
Nun bin ich in Wellington, der Hauptstadt des Landes. Von dort aus geht die Faehre auf die Suedinsel nach Picton. Viele Reisende sagen, dass auf der Suedinsel die schoenere Landschaft zu finden ist, ich bin schon sehr gepannt.
Wenn man bekommt was man will und dann feststellt, dass man immernoch unzufrieden ist kann das ganz schoen frustrierend sein.
So schlimm war es nicht, es war anfangs sogar sehr schoen. Im Hostel habe ich Sabrina aus Deutschland und Ruben aus Holland kennengelernt die ebenfalls die Tour machen wollten. Der Weg fuehrte durch eine enge Schlucht, den Kauaeranga Fluss entlang, der Boden war noch feucht vom Vortag, es regnete leicht. Bis zu Huette waren fast 400 Hoehenmeter zu ueberwinden. Der Weg war doch schwieriger als gedacht, obwohl er im Reisefuehrer als easy markiert ist. Ruben hatte mit seiner sehr guten Kondition Sabrina und mich zurueckgelassen. Nach 3 Std. hatten wir die Huette erreicht. Es gab mehrere Wege zurueck, um etwas Abwechslung zu haben entschieden wir uns fuer einen laengeren. Durch den Regen war der Weg so aufgeweicht das wir fast permanent im Matsch steckenblieben, dann gings es in den Wald. Durch die hohen Baeume war es sehr dunkel umd wir konnten uns nur mithilfe von kleinen roten Pfeilen orientieren die alle paar Meter an den Baeumen befestigt waren. Es ging Bergauf, Bergab.. dann wurde es steinig. Vorankommen war sehr schwierig da der weg ueber riesige, mit Moos und dadurch rutschige Steine fuehrte. Nach 3 Stunden erreichten wir dann einen 3 m breiten Fluss ueber den wir permanten kreuzen mussten. Kurz gesagt, es war eine Oddysee.
Danach ist bei mir jegliche Lust auf weitere Ausfluege ins Gruene schlagartig verschwunden. Der Regen und die schlechte Beschinderung haben uns einen Strich durch die Rechung gemacht. Im nachhinein ein Abendteuer.
Jetzt sind wir in Tauranga, dort bleiben wir 2 Naechte, dann gehts weiter nach Rotorua, mal sehen was noch kommt, habe keine festen Plaene.
Vorerst stehen die Plaene fest. Da ich meine Ausruestung aufs Wandern ausgelegt habe, werde ich erstmal versuchen zu Fuss bzw. per Bus weiter zu kommen. Der
Weg fuehrt nach Sueden bis ich in der Landeshauptstadt Wellington ankomme. Dort kaufe ich event. ein Fahrrad um dann zu Suedinsel Ueberzusetzen.
Morgen fahre ich per Bus nach Themse, einem kleinen Ort oestlich von Auckland. Dort werde ich den "Kauaeranga Kauri Trail" machen, eine 2 Taegige Wanderung durch den dichten Kauriwand, entlang des "Kauaeranga River" bis zu einem Aussichtspunkt. Fuer den Anfang die richtige Umgebung um die Ausruestung zu testen und mich ans Trampen zu gewoehnen ( Trampen bedeutet hier nicht per anhalter fahren, sondern wandern; genau wie Hiking).
Die wichtigste Frage fuer mich ist momentan die Art der Fortbewegung. Wie komme ich zu den schoenen Wanderwegen? Zur Auswahl stehen: Ein Auto mieten/kaufen, ein Fahrrad kaufen, mit den Ueberlandbussen fahren. Diese Optionen lasse ich mir momentan durch den Kopf gehen.
Ich bin in das Hostel "The brown Kiwi" gezogen, da im bisherigen kein Platz mehr war, das witzige ist, dass es genau das Hostel ist welches in dem Buch (das ich von meiner leiben Tante bekommen hab) bebildert ist. Ungewohnt alle paar Tage in eine neue Umgebung zu kommen und nicht zu wissen wer da im Bett ueber einem schnarcht (wenn man nicht Zeit hat alle 8 Leute im Zimmer kennenzulernen).
Heute war ich auf der Insel "Rangitoto". Eine Vulkaninsel mit schwarzen Lawafeldern die teilweise bewachsen ist. 4 Stunden bin ich umhergewandert (zum Gipfel und den Vulkankrater) um einen Vorgeschmack auf die groesseren Touren zu bekommen. Vor lauter Eifer den anderen Touristen zu entkommen habe ich auch noch den falschen Weg eingeschlagen.. tja man sollte die Schilder immer genau Lesen, die Methode des Ueberfliegens hat mir auch schon in der Schule einige male einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihr seht, ich lern auch hier was fuer Leben :)
Samstag 11 Uhr bin ich in Auckland angekommen. Die Bruttoreisezeit war ca. 50 Std. da in Hong-Kong der Flieger getauscht wurde. Es war wirklich beeindruckend die Stadt zu sehen, wenn auch nur vom Flieger bzw. Terminal. Die schwuele Hitze erinnert einen an die Aequator naehe. Meine jetzige bleibe ist "Vaerandahs Backpacker Lodge", ca 10 min vom Stadtzenturm entfernt. Es ist wirklich erschreckend wieviele deutsche hier sind, fast schlimmer wie auf Mallorca. Bis jetzt hab ich erst die Innestadt erkundet, weswegen ich alledings hier bin die Natur. Der Jetlag ist nicht zu unterschaetzen. Der Linksverkehr ist ganz schoen verwirrend, nicht wenige male habe ich bein Ueberqueren der Starsse auf die falsche Seite geschaut. Der Ausflug zum Mount Eden, ein erloschener Vulkan von dem man die Stadt gut sehen kann (jedenfalls einen teil davon bei 1,3 millionen Einwohnern)
Der Sprung vom Sky Tower:
Der vierte Tag neigt sich dem Ende, der Jetlag ist jetzt zum Glueck ueberstanden. Als ich heute in downtown etwas verloren auf die Karte schaut habe wurde ich gleich zweimal auf deutsch angesprchen und mir Hilfe angeboten, ich weiss nicht woran es liegt, dass ich sofort als deutscher erkannt werde. Morgen werde ich zum "Department of Conservation" gehen und mich ueber einige Wanderungen informieren. Diese "Walks" sind besonders schoene Strecken, meist in Nationalpaks, die vom "DoC" betreut werden. Viele davon sind Mehrtagesturen, entlang der Route gibt es Huetten zum Uebernachten. Bin schon sehr gespannt was es alles zu entdecken gibt.